Die Gestaltung einer Urne mit Angehörigen.

Eine Urne besteht aus vielen Arbeitsabschnitten, die einen gewissen  Zeitraum beanspruchen .

Die Urne in der Rohform muß einige Zeit trocknen bevor sie das erstemal gebrannt wird.

Danach kann sie individuell farblich gestaltet werden.

Sie können die Urne mitgestalten, oder auch nur dabeisein, zusehen und Ihre Wünsche bezüglich der farblichen Gestaltung setze ich dann um.

Eine individuelle Urne nach Kundenwunsch gestaltet erfordert drei bis vier Wochen Zeit,

von der Planung bis zur Fertigstellung. ( Das sollte  man bei der Planung der Trauerfeier und Beisetzung berücksichtigen. Dies ist in den meisten Fällen kein Problem, da die Aschekapsel solange beim Bestatter bleiben kann, bis die Angehörigen einen Termin festgelegt haben.)

Der Preis einer Sonderanfertigung richtet sich nach dem zeitlichen Aufwand.

Eine Familie berichtet - Trauer,Trost und die Erfahrung bei der Gestaltung der Urne für die Tochter.

Der Tod der Tochter traf Familie F. völlig unvorbereitet. Die Zeit schien stehen zu bleiben. Gerade war sie noch da, die Räume atmeten ihre Anwesenheit. Sie würde doch gewiss jeden Moment in der Tür stehen. Und jetzt sollten sie sich um das Begräbnis kümmern. Ort und Zeit festsetzen, einen Sarg aussuchen, ein Lied, einen Psalm. Irgendwie ging das, musste ja gehen. Was passte am besten zum Wesen der Tochter, welche Farben, welche Formen, Worte und Musik. Eine Erdbestattung oder Feuerbestattung? Es sollte eine Feuerbestattung werden und eine passende Urne wurde gesucht. "Und das," erinnert sich Sabine F. " ging dann auf einmal nicht mehr. Ich betrachtete die Urnen im Regal des Bestatters. Seelenlose Industrieware, dachte ich. Der Bestatter schleppte noch zwei dicke Ordner mit Bildern anderer Hersteller an, aber der Eindruck blieb. Was hat das mit meiner Tochter zu tun? Ich muss etwas finden, das ihrem Wesen entspricht, eine Seele hat. Ich hatte den Wunsch ihr etwas von mir mit auf den Weg zu geben." Der Bestatter empfahl uns eine Keramikerin, die handgemachte Urnen anbietet. Weiterhin informierte er uns, dass es keinen zeitlichen Rahmen gibt, in dem die Urnenbestattung stattfinden muss.

Familie F. informierte sich bei der angegebenen Adresse und vereinbarte ein Treffen mit der Keramikerin Helga Klaiber aus Rammingen in der Nähe von Ulm.

"Wir trafen uns in der Keramikwerkstatt und besprachen bei einer Tasse Tee, wie die Fertigung einer Urne vor sich geht und wie wir uns dabei einbringen können. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre. Einige Anschauungsobjekte standen bereit und schnell kristallisierte sich eine Idee heraus. Helga Klaiber modellierte die Grundform, und gemeinsam modifizierten wir die Oberfläche nach unseren Vorstellungen. So rollten wir unsere Eheringe mehrmals überkreuzend um den oberen Rand ab. In der Mitte brachten wir weichen Ton auf und drückten in diesen Streifen unsere Fingerspitzen.  Rund drei Stunden mit Trockenpausen nahm diese erste Sitzung in Anspruch. Etwa zwei Wochen musste der Ton trocknen, bevor der erste Brand erfolgen konnte.  Frau Klaiber zeigte mir verschiedene fertig gebrannte Exponate um mir einen Eindruck zu vermitteln, wie die Glasuren nach Fertigstellung aussehen und wirken. Beim zweiten Termin brachte ich mit Hilfe von Helga Klaiber die Glasur auf. In den Vertiefungen, die schwarz eingefärbt wurden, sah man nun deutlich unsere Fingerabdrücke und unsere Eheringe, und dann kamen noch dezente Farben dazu. Die Arbeit an der Urne war für mich wie eine Therapie. In ruhiger entspannter Atmosphäre erschufen wir ein Gefäß, in dem wirklich ein Teil von uns steckte und das wir unserer Tochter mit auf die Reise geben konnten."

Eine Woche später war die Urne fertig zum Abholen, innen mit farblich passendem Filz ausgebettet und mit naturfarbenen Lederband zum Verschließen. Sabine F. fuhr mit der Urne zum Floristen und suchte die passenden Blumen für die Urnenbestattung aus, bevor sie zum Bestatter gebracht wurde.

"Ich hätte mir vor dem Todesfall nicht vorstellen können, was dieses Selbstgestalten einer Urne für mich bedeuten würde, sagt Sabine F. Ich möchte irgendwann auch eine Urne für mich gestalten. Nach dieser Erfahrung hat der Gedanke etwas Tröstliches. Vielleicht nimmt er auch der eigenen Sterblichkeit etwas den Schrecken.

 

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